Ohrgeräusche werden in der medizinischen Fachsprache als Tinnitus bezeichnet. Ber Begriff leitet sich ab von dem lateinischen Wort >tinnire< (klingeln, laut singen). Die Geräuscharten können sehr vielfältig sein und werden als Summen, Rauschen oder Zirpen beschrieben. Auch kann die Lautstärke des Tinnitus sehr unterschiedlich empfunden werden.

Die Ursache dieser Ohrgeräusche kann viele Gründe haben. In jedem Fall ist eine Abklärung durch den Arzt notwendig.

 

Häufig wird eine Hörminderung von einem Tinnitus begleitet. Aufgrund der Schwerhörigkeit ist die zentrale Hörverarbeitung im Gehirn unterfordert, die Balance zwischen Erregung und Hemmung ist gestört. Als Ausgleich schafft sich das Gehirn seine eigene Geräuschkulisse.Häufig wird durch das regelmäßige Tragen von Hörgeräten der Tinnitus zurückgedrängt, weil das Hörzentrum des Gehirns wieder beschäftigt ist.

 

Bei chronischen Ohrgeräuschen, auch ohne Hörminderung, hat sich besonders die Tinnitus-Retraining-Methode bewährt. Die Betroffenen lernen die Aufmerksamkeit umzulenken und das Geräusch neu zu bewerten, die Wahrnehmung im Gehirn wird beeinflusst. Für die Therapie arbeiten Mediziner, Hörakustiker und Psychologen zusammen. Es werden kleine Rauschgeräte, sogenannte Tinnitus-Noiser, eingesetzt und Entspannungstechniken und Techniken zur Streßbewältigung erlernt.